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Solarstromanlagen auf Hausdächern können mit Batteriespeichern nachgerüstet werden. Ob sich das lohnt, ist abhängig davon, wann die Anlage installiert wurde. Foto: Andrea Warnecke
02.02.2017, 15:00 Uhr

Eine Frage des Alters

Batteriespeicher lohnt sich für neue Photovoltaikanlagen

Nur rund 30 Prozent des Stroms, den eine Solaranlage auf dem Hausdach produziert, wird direkt im eigenen Haushalt benutzt. Der Rest landet oft im öffentlichen Stromnetz, aber das bringt kaum noch Geld ein. Batteriespeicher können die Lösung sein - sind es aber nicht immer. 

Die Sonne scheint tagsüber - also dann, wenn viele Menschen nicht zu Hause sind. Dann können sie den von der heimischen Solaranlage produzierten Strom gar nicht verbrauchen. Die Industrie setzt daher immer mehr auf Batteriespeicher, die Energie einlagern, so dass sie auch abends und nachts zur Verfügung steht, wenn der Strom gebraucht wird.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) geht davon aus, dass in Deutschland bereits 35 000 Solarstromspeicher installiert sind. Bei neuen Anlagen werden die Batteriespeicher oft schon mitinstalliert, ältere Anlagen lassen sich nachrüsten.
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Batteriespeicher werden mitunter auch hübsch verpackt und damit auch salonfähig. Neben Tesla bietet jetzt auch Mercedes einen Speicher an. Foto: RWE/Daimler AG
Wann lohnt sich das Nachrüsten?

Das ist abhängig vom Jahr, in dem die Photovoltaikanlage installiert wurde. Geschah dies vor 2009, ist es nach Berechnungen des BSW-Solar besser, den Strom vollständig ins Netz einzuspeisen. Denn für solche Systeme erhalten Hausbesitzer noch hohe Einspeisevergütungen. Für Solaranlagen, die von 2009 bis zum 31. März 2012 in Betrieb gingen, lohnt sich dagegen die Nachrüstung. Denn wer auf die Einspeisevergütung verzichtet und den Strom selbst verbraucht, bekommt in diesem Fall einen Eigenverbrauchsbonus. Für jüngere Anlagen kann sich die Nachrüstung des Batteriespeichers ebenfalls auszahlen, da die Einspeisevergütung deutlich geringer ist als der Strompreis. Der Verband schränkt allerdings ein, dass dies immer abhängig ist von der Größe und den Kosten des Speichers.

Worauf achte ich bei der Auswahl eines Batteriespeichers?

Unter anderem auf die Zyklenzahl der Modelle, die angibt, wie oft ein Speicher sich entladen und wieder vollständig beladen kann. Manche Hersteller garantierten 5000 Zyklen und mehr. Im Normalbetrieb erreichen Anlagen laut BSW-Solar rund 250 Zyklen pro Jahr. Wichtig ist auch der Wirkungsgrad, der angibt, wie viel der eingespeisten Energie tatsächlich abgerufen werden kann: 90 Prozent und mehr sind je nach Technik möglich. Die Nennkapazität steht für die Strommenge, die einem Speicher theoretisch maximal entnommen werden kann. Der Verband gibt dazu folgendes Rechenbeispiel: Ein Solarstromspeicher mit vier Kilowattstunden Nennkapazität und einer Entladetiefe von 90 Prozent hat eine nutzbare Kapazität von 3,6 Kilowattstunden.

Gibt es verschiedene Modelle?

Am häufigsten verkauft werden Batteriezellen auf Lithium-Basis, gefolgt von Speichern mit Blei-Batterien. Erstere weisen aufgrund ihrer Zellchemie eine deutlich höhere Entladetiefe auf. Immer noch recht neu im Handel sind Flüssigbatterien, die Redox-Flow-Systeme.

Gibt es eine staatliche Förderung?

Das aktuelle Förderprogramm der KfW-Förderbank „Erneuerbare Energie-Speicher“ bietet Menschen, die eine neue Anlage mit Batteriespeicher installieren wollen, zinsgünstige Kredite. Auch Betreiber, die ihre Anlage nach dem 31. Dezember 2012 errichtet haben, können die Förderung nutzen - wenn sie zum Beispiel bestehende Anlagen nachrüsten. Außerdem können Photovoltaik-Besitzer aus den Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums Zuschüsse für die Tilgung bekommen. dpa/tmn

Bechert - Elektro, Sanitär, Heizung

Wärme aus Sägespänen

Heizen mit einem Pelletofen

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Aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz werden ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln, dafür aber unter hohem Druck die kleinen Pellets gepresst. Foto: Inga Kjer
Manche Ressource steht nicht unbegrenzt zur Verfügung, aber ganz schön viel davon ist lange als nutzloser Müll behandelt worden. Mit den Sägespänen der Holzindustrie - gepresst zu Pellets - lassen sich Räume heizen. Auch diese Öfen werden daher gefördert. 

Hausbesitzer, die sich für eine Pelletheizung entscheiden, schlagen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Sie wählen einen natürlichen, umweltfreundlichen und nachwachsenden Brennstoff, der einen hohen Heizwert hat. Und sie sparen langfristig Geld, denn Pellets sind ein verhältnismäßig günstiger Brennstoff. Allerdings müssen sie einen recht großen Lagerraum oder -tank einplanen.

Woher stammt die Wärme fürs Haus?

Aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz, Pellets genannt. „Sie werden ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln unter hohem Druck gepresst“, erklärt Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes. „Mit ihrem niedrigen Wasser- und Aschegehalt verbrennen sie sauber und komfortabel.“ Der Energiegehalt eines Kilogramms Pellets entspricht ungefähr dem eines halben Liters Heizöl. „Damit haben sie einen sehr guten Heizwert.“

Für wen eignet sich die Pellet-Zentralheizung?

Diese Systeme eignen sich prinzipiell in jedem Gebäude zum Heizen und zur Warmwasserbereitung, egal ob es sich um Einfamilienhäuser, mehrgeschossige Gebäude oder gewerblich genutzte Objekte handelt. Sie können in Neubauten, aber auch in älteren Häusern eingesetzt werden. „Ein klassischer Fall ist der Ersatz einer alten Ölheizung durch eine Pelletheizung“, erklärt Bentele.

Wie groß ist der Platzbedarf?

Ein Lagerplatz für die Pellets ist nötig. So nimmt beim Austausch einer Öl- gegen eine Pelletheizung den alten Platz des Öltanks dann das Gewebesilo ein. Wer eine Pellet-Zentralheizung in seinem Neubau installieren will, muss einen Aufstellraum für die Heizung mit Platz für einen Lagerraum einplanen, der praktischerweise in der Nähe der Heizung liegen sollte. „Bei der Planung der Pellet-Heizanlage ist zu beachten, dass der Heizraum möglichst an die Außenmauer des Gebäudes angrenzt, um eine direkte Belüftung zu gewährleisten“, rät Bentele. Auch das Lager muss ausreichend belüftet sein.

Wie funktioniert die Technik?

Während die halbautomatischen Kompaktanlagen von Hand mit Pellets befüllt werden müssen, sind vollautomatische Anlagen über eine Förderschnecke oder eine sogenannte Saugaustragung mit dem Lagerraum oder -tank verbunden. Aus diesen gelangen die Pellets vollautomatisch zum Heizkessel. Die Saugförderung hat den Vorteil, dass der Lagerraum der Pellets nicht zwangsweise im Nachbarraum liegen muss, sondern sich auch bis zu 20 Meter entfernt und nicht unbedingt ebenerdig zum Heizraum befinden kann. Das ermöglicht auch Erdtanks im Garten als Lagerraum für die Pellets.

Welche Speichermöglichkeiten gibt es?

Im Prinzip kommen die Zentralheizungen auch ohne aus, aber der Einbau von Pufferspeichern erhöht den Komfort der Anlage. „Ein Speicher sorgt dafür, dass die Heizung nicht bei jedem Anlass neu gestartet werden muss“, erklärt Bentele. Damit lässt sich die Zahl der Brennerstarts reduzieren und der Heizkessel immer im Volllastbetrieb laufen. Das erhöht den Wirkungsgrad und reduziert die Emissionen der Verbrennung. „Gerade für Gebäude mit niedrigem Wärmebedarf empfiehlt sich der Einbau eines Pufferspeichers“, erklärt Bentele. „Wird die Pelletheizung beispielsweise noch mit einer Solaranlage gekoppelt, muss sie im Idealfall im Sommer gar nicht eingeschaltet werden.“

Welche Nachteile hat diese Technik?

Der Lagerraum muss vorhanden sein. Außerdem sind viele Pelletheizungen zu groß. Denn Neubauten und auch sanierte Altbauten müssen entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) mit deutlich weniger Energie auskommen als früher. „Eine Pelletzentralheizung für den Gebäudebestand ist da häufig überdimensioniert“, erklärt Martin Brandis, Energieberater beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Der Trend geht auch zu kleineren Anlagen, zum Beispiel Pelletöfen, die direkt im Wohnraum aufgestellt werden. Sie bringen einen kleinen Teil der Wärme in das Zimmer, in dem sie stehen, und heizen mit dem größten Teil der Leistung das ganze Haus.

Wann rechnet sich die Investition?

Die Anschaffung ist laut Pelletverband mit rund 20 000 Euro etwa doppelt so teuer wie eine neue Ölheizung, die mit 10 000 Euro kalkuliert werden muss. Aber Pellets waren in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 30 Prozent günstiger als Öl. „Bei einem Energieverbrauch von 3000 Liter Öl, die durch sechs Tonnen Pellets ersetzt werden, ergibt sich ein Betriebskostenvorteil von knapp 1000 Euro im Jahr“, rechnet Verbandsvertreter Bentele vor. Damit wäre eine Pelletheizung innerhalb von zehn Jahren rentabel.

Der Experte geht von einer Betriebsdauer von durchschnittlich 20 Jahren aus. Allerdings zeigen Bauherren angesichts der in jüngster Zeit sinkenden Ölpreise immer weniger Interesse an Pellet-Heizungen. Denn: „Kostet das Öl so wenig wie jetzt, bieten Pellets kaum einen Kostenvorteil“, betont Verbraucherschützer Brandis. dpa/tmn


eco.Tech neue Energien & Technik GmbH

Fördermittel für Pelletheizungen

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Foto: Deutsches Pelletinstitut/ÖkoFEN Heiztechnik GmbH
Über das Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien (MAP) können Hausbesitzer in Deutschland eine Direktförderung bekommen. Ausbezahlt werden die Gelder für Wohnungen mit Heizungen bis 100 Kilowatt Leistung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Für Pelletheizungen mit Pufferspeicher sind dies aktuell mindestens 3500 Euro. Für den Austausch einer alten Heizung und einer Optimierung des Heizsystems sind es sogar mindestens 4200 Euro, bei Kombination mit Solar und für andere Komponenten entsprechend mehr. Infos gibt es unter:

www.bafa.de
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